Zerfallene Landschaften, düstere Orte: neuer Ruralismus in der tschechischen Prosa
Veranstaltung
- Titel:
- Zerfallene Landschaften, düstere Orte: neuer Ruralismus in der tschechischen Prosa
- Wann:
- Sa, 10. Oktober 2026, 15:30 Uhr - 16:20 Uhr
- Wo:
- Frankfurter Buchmesse, Forum 1 | A1 - Frankfurt am Main
- Kategorie:
- Gespräch/Diskussion
Beschreibung
Können wir in der zeitgenössischen tschechischen Literatur von einem neuen – und düstereren – Ruralismus sprechen?
Sprecherinnen: Anna Bolavá, Jiří Hájíček, Petra Klabouchová
Moderation: Zuzana Jürgens
Anna Bolavá: Bis zum Grund
In Řečovice, einem südböhmischen Städtchen zwischen Fluss und Moor, erschüttert der Fund einer toten Lehrerin die scheinbar intakte Ordnung. Während Gerüchte wachsen und ein ehrgeiziger Journalist die Stimmung weiter anheizt, legen Misstrauen und alte Konflikte die verborgenen Risse der Gemeinschaft frei. Zur gleichen Zeit kehrt Hanka mit ihrer Mutter in das verfallene Haus einer verstorbenen Verwandten zurück – an einen Ort, den sie einst verlassen musste. Zwischen Erinnerung und Gegenwart, Realität und innerer Bedrohung gerät sie in den Sog einer Vergangenheit, die sich nicht länger verdrängen lässt.
Mit präziser psychologischer Beobachtung und dichter, atmosphärischer Sprache erzählt Anna Bolavá von Schuld und Verlust, von Körper und Landschaft – und von den Abgründen unter der trügerischen Ruhe einer Gemeinde. Der Kleinstadtkrimi vermischt sich auf eindrucksvolle Weise mit einer südböhmischen Version des magischen Realismus.
Petra Klabouchová: An der Moldauquelle
Nahe Vimperk, unweit der deutsch-tschechischen Grenze, wird die Leiche eines Mädchens gefunden – bekleidet mit einem gestreiften Schlafanzug, auf der Brust ein Davidstern. Für den erfahrenen Ermittler führt die Spur bald in die verdrängte Geschichte des Ortes: zu ungeklärten Schicksalen und einem ehemaligen deutschen Kriegsgefangenenlager.
In ihrem literarischen Kriminalroman „An der Moldauquelle“ verknüpft Petra Klabouchová einen aktuellen Mordfall mit den Schatten der Vergangenheit. Auf zwei Zeitebenen – kurz vor und wenige Monate nach dem Fund – entfaltet sie das eindringliche Panorama eines Grenzortes, an dem sich private Tragödien und Weltgeschichte überlagern. Basierend auf realen Ereignissen erzählt dieser vielstimmige Roman von Schuld, Verdrängung und der Frage, wie lange die Vergangenheit in der Gegenwart fortwirkt.
Weitere Informationen finden Sie hier
Veranstaltungsort
- Standort:
- Frankfurter Buchmesse, Forum 1 | A1 - Webseite
- Straße:
- Ludwig-Erhard-Anlage 1
- Postleitzahl:
- 60327
- Stadt:
- Frankfurt am Main