Boučková, Tereza: Das Haus in der Matoušova-Straße
Tereza Boučková
Das Haus in der Matoušova-Straße
Roman
Aus dem Tschechischen von Maria Sileny
ca. 250 S., Br., 135 × 210 mm
ISBN 978-3-949749-36-0
ET: September 2026
Ein Haus in Prag – ein Jahrhundert Geschichte
Lebensgeschichten zwischen Verfolgung, Widerstand und Erinnerung
1927 erwarb der jüdische Rechtsanwalt Eduard Schwarz ein Haus in der Matoušova-Straße im Prager Stadtteil Smíchov – als Zuhause für sich und seine Familie. Er starb noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. In ihrem Roman entfaltet Tereza Boučková die fast hundertjährige Geschichte seiner Nachkommen und der weiteren Hausbewohner. Ihre Recherchen zu jüdischen Familien führen nach Auschwitz, zu dem berüchtigten Lagerarzt Josef Mengele und zum Kindertransport von Sir Nicholas Winton. Sie erzählt zudem vom Schicksal der Schauspielerin Zita Kabátová, deren Karriere unter dem kommunistischen Regime zerbrach. Auch der spätere Präsident Václav Havel ging hier ein und aus, um seine Geliebte Anna Kohoutová zu besuchen. So wird jede Wohnung des Hauses zu einem eigenen, bewegenden Kapitel tschechischer Geschichte.
Tereza Boučkova, geboren 1957 in Prag, ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Publizistin. Sie ist das jüngste von drei Kindern des Schriftstellers Pavel Kohout. Nach der Unterzeichnung der „Charta 77“ wurde ihr ein reguläres Studium verweigert. Sie arbeitete unter anderem als Reinigungskraft, Postbotin und Hausmeisterin und besuchte Vorlesungen an sogenannten Wohnuniversitäten. Ihr Debüt „Indiánský běh“ (dt. „Indianerlauf“) erschien im Samisdat und wurde 1990 mit dem Jiří-Orten-Preis ausgezeichnet.
Maria Sileny, geboren 1961 in Prag, ist freiberufliche Redakteurin und Literaturagentin. Sie hat in München Politikwissenschaft, germanistische Linguistik, Amerikanistik sowie Buchwissenschaft studiert. „Das Haus in der Matoušova-Straße“ ist der zweite von ihr übersetzte Roman. Sie lebt in Prag und in München.


