Hübner, Alfred: Die Leben des Paul Zech

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Verkaufspreis48,00 €
Alfred Hübner
Die Leben des Paul Zech
Eine Biographie

936 S., geb., 145 × 220 mm
ISBN 978-3-945424-91-9

Erschienen: August 2021


Alfred Hübner legt eine lebendig erzählte, auf neusten Forschungen beruhende Biografie vor, die auf rund 15-jähriger Recherche beruht und sämtliche Legenden Zechs mit Zeugnissen vergleicht. Heraus schält sich ein Leben aus vielen, das seinesgleichen sucht: Der Dichter Paul Zech (1881-1946) manipulierte seinen Lebenslauf nach Belieben. Als Sohn eines Seilers aus Westpreußen besuchte er kein Gymnasium und auch die Promotion zum Dr. phil. war frei erfunden. „Dr. Zech“ führte ein Doppelleben mit Familie und Sängerin Hilde Herb, die er gern als seine Frau ausgab. Die Jahre nach dem Ersten Weltkrieg bedeuteten den Höhepunkt seiner literarischen Karriere. Später zerstritt er sich mit seinen Verlegern, wurde Hilfsbibliothekar in der Berliner Stadtbibliothek und nach Plagiatsvorwürfen 1929 aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. 1933 wurde Zechs Bücherdiebstahl im Dienst bekannt, er hatte 2500 Bände nebenbei verkauft. Angesichts einer Vorladung der Kripo verschwand er Anfang August 1933 aus Berlin nach Buenos Aires. Er gab sich als Verfolgter und ausgebürgerter Linksintellektueller aus, dessen Bücher sogar verbrannt worden seien. Die langen Expeditionen, die er in den 1930er Jahren gemacht haben will, darunter nach Brasilien, Peru oder Chile, sind bloße Fiktion. Das auf lange Sicht erfolgreichste Werk Zechs sind „Die Balladen und lasterhaften Lieder des Herrn François Villon“. Hier findet sich das berühmte Gedicht „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“, das bei Villon keinerlei Vorbild hat. Der Villon hat es auf mehrere Hunderttausend Exemplare in 30 Auflagen gebracht und Zech postum zum Erfolgsautor gemacht – tragischerweise nicht unter seinem eigenen Namen.

Autor
Alfred Hübner, geb. 1940, Schauspielausbildung in München, dann Engagement in Braunschweig. Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft an der FU Berlin, wiss. Mitarbeiter, Regieassistent, in Berlin u. a. bei Samuel Beckett, Dramaturg am Thalia Theater Hamburg, Promotion über Paul Zech, Leiter des Kulturamts der Stadt Pforzheim. Zuletzt Ausstellungsprojekte über Lou Albert-Lazard, Wilhelm Dieterle und Paul Zech.

E-Book
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Pressestimmen
„Der Autor will mit seinem farbigen Lebensbild für ein Wieder-Kennen-Lernen des bedeutenden Lyrikers und frühen Vertreters einer Literatur der Arbeitswelt werben.“
ekz.bibliotheksservice, 18. Oktober 2021
 
„Man merkt: Hübner hat das alles tatsächlich gelesen, hat die Quellen nachgeprüft, die tatsächlichen Lebensstationen Zechs, seine wirklichen Aufenthalte und tatsächlichen Begegnungen. Er lässt ihm nichts durchgehen, schafft damit aber auch so etwas wie eine gewaltige Rehabilitation.“
Ralf Julke, Leipziger Internetzeitung, 10. Oktober 2021
 
„Man hat den Eindruck, dass nach dieser materialreichen und sorgfältig recherchierten Biographie dem Bild von Paul Zech nichts mehr hinzuzufügen ist.“
Harald Lützenkirchen, Nachrichtenbrief der Kurt Hiller Gesellschaft e.V., September 2021
 
„Das Leben von Paul Zech ist facettenreich und widersprüchlich. Daher ist es spannend und unterhaltsam, diese Biographie zu lesen.“
Franz Joachum Schultz, Alliteratus, 21. August 2021